27.04.2025
ist schon zu einer Tradition in Bad Suderode geworden
Quasimodogeniti, das heißt: wie die neugeborenen Kinder. So wird der Sonntag nach Ostern genannt. Andere nennen ihn nach einem alten Brauch den Weißen Sonntag. In der Osternacht waren Taufen üblich. Die Täuflinge trugen ein weißes Gewand, und das trugen sie immer noch, wenn sie am darauffolgenden Sonntag in die Kirche gingen.
In Bad Suderode gab es an diesem Tag einen Gottesdienst mit Osterfrühstück (eigentlich Osterbrunch). Dabei wurde musiziert und gesungen und die Frohe Botschaft verkündigt. Und wer zum Buffet ging, konnte aus vielen leckeren Sachen auswählen. Es war genug für alle da.
Die Botschaft des Tages lautete: „Ihr glaubt an Christus, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.“
Ein bescheidenes Ziel wäre, einfach nur über die Runden zu kommen. Oder man möchte eine böse Krankheit überstehen. Im Alter möglichst lange mobil und selbstständig bleiben, dieses Ziel kennt wohl jeder. Und wie erreicht man das?
Von Leonardo da Vinci stammt der Satz: „Binde deinen Karren an einen Stern.“ Lass dich also von einer Kraft leiten, die über die irdische Welt hinausgeht. Das verändert dein Leben. Gott ist groß, und wir sollen es in gewisser Weise auch sein.
Das Doppelgebot der Liebe ist dabei eine große Hilfe. Eigentlich enthält es drei Gebote: Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst. Damit ist das Wesentliche gesagt.
Sich ausgewogen zu ernähren, tut dem Körper gut. Gott zu lieben und dabei den Mitmenschen und sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren, tut der Seele gut.
Der große katholische Theologe Karl Rahner (1904-1984) hat einmal einen gewagten Satz gesagt: „Dass ich glaube, ist unvernünftig, aber was ich glaube, das muss vernünftig sein.“ Das gefällt mir. Die Gottesliebe ist deshalb vernünftig, weil sie zu „unaussprechlicher und herrlicher Freude“ führt.
Text und Fotos: Eberhard Heimrich
Gemeindebüro
Hubertusstraße 2, 06502 Thale
Telefon: 03947 / 23 34
Fax: 03947 / 7797029