05.08.2025
Eine Woche in Taizé
Am Ende der Woche waren sich die meisten der 38 mitgereisten Jugendlichen einig: das äußerst einfache Essen, der Zustand mancher Duschen und die eine oder andere kalte Nacht im Zelt waren eine große Herausforderung. Was jedoch bei weitem überwog, waren die vielen bereichernden Erfahrungen der Zeit in Taizé, weshalb für die meisten feststand: Hier wollen wir wieder hin.
Im Mittelpunkt des Lebens in Taizé, einem kleinen Dorf in Frankreich, wo die gleichnamige ökumenische Gemeinschaft ihr Zuhause hat, stehen die Gebetszeiten. Dreimal am Tag läuten die Glocken und alle strömen Richtung Versöhnungskirche. Neben den Gesängen, Gebeten und biblischen Lesungen gehören jedes Mal auch sieben Minuten Stille dazu. Zu Beginn einer Woche stellt das für viele durchaus eine Herausforderung dar, weil die meisten in ihrem Alltag (die Erwachsenen inbegriffen) es nicht mehr gewohnt sind, nichts zu machen, außer zu sitzen und den eigenen Gedanken zu folgen. Im Laufe der Woche gewöhnt man sich jedoch zunehmend an die Stille und einige der Jugendlichen nahmen sich am Ende der Woche sogar vor, in ihren Alltag häufiger solche Zeiten der Stille zu integrieren.
Eine Woche in Taizé ist jedoch auch mindestens genauso sehr von den vielen Begegnungen geprägt. Wir als „Reisegruppe Harz“, zu der Jugendliche aus Quedlinburg, Thale, Wernigerode und weiteren Orten des Kirchenkreises gehörten, waren mit 1.500 anderen Jugendlichen dort. Diese kamen unter anderem aus Deutschland, Rumänien, Kroatien, Großbritannien, Frankreich, Portugal, Italien, Spanien und der Ukraine. Gesprochen wurde miteinander auf Englisch – und wo das an die Grenzen kam, nutzte man Hände und Füße, um sich irgendwie verständlich zu machen. In international gemischten Kleingruppen wurden Bibeltexte durchdrungen, gespielt und am Nachmittag gemeinsam die Sanitäranlagen gereinigt.
Die freie Zeit kam ebenfalls nicht zu kurz. Dabei wurde ausführlich gespielt, Musik gemacht, gelesen oder miteinander erzählt.
Besonders eindrücklich war für viele die Begegnung mit Jugendlichen aus der Ukraine. Den Schrecken, den sie in ihrer Heimat erleben, deuteten sie hier und da in Gesprächen an. Dass sie am Ende der Woche in ein Land zurückfahren würden, in dem Krieg herrscht, beschäftigte einige unserer Jugendlichen und machte sie dankbar dafür, in einem friedlichen Land zu leben. Trotz allem strahlten die ukrainischen Jugendlichen jedoch auch Lebensfreude und Hoffnung aus. Dass sich Jugendliche mit so vielen verschiedenen Hintergründen und Lebensumständen treffen, miteinander eine Woche leben und Einblicke in ihre Alltage geben, ist mit Sicherheit eine der großen Bereicherungen der Jugendtreffen in Taizé.
Einen herzlichen Dank an den Kirchenkreis Halberstadt und den Landkreis Harz, die diese Fahrt finanziell unterstützt haben.
Text: Saskia Lieske
Bilder: Tobias Gruber, Saskia Lieske
Gemeindebüro
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