Wir laden Sie ein in unsere Gemeinden in Thale, Bad Suderode, Friedrichsbrunn und Warnstedt. Wir treffen uns hier regelmäßig, um Gottesdienste zu feiern, zu musizieren, zu diskutieren und zu spielen. In unseren Kirchen findet unser Glauben ein Zuhause, unser Herz eine Gemeinschaft und unsere Hände Kraft für das, was vor uns liegt.
"Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht."
Psalm 36:10
Von Aufbrüchen und Neuanfängen
Hand aufs Herz: Wie schwer fällt es Ihnen, sich von etwas zu trennen, das Ihnen ans Herz gewachsen ist? Von der Lieblingsjacke, mit der Sie viele wertvolle Momente verbinden, und die doch längst abgewetzt ist. Vom Küchentisch, der schon eine Weile im Keller sein Dasein fristet, an dem sich jedoch so viel Leben abgespielt hat. Vom Kaffeeklatsch mit Freundinnen, wo für die meisten der Weg doch immer beschwerlicher wird.
Auch wenn man längst ahnt, dass die Zeit vorbei ist, fällt das Loslassen schwer. Das gilt erst recht für Beziehungen, Lebensabschnitte oder Gewohnheiten. Loszulassen und sich auf Neues einzulassen, braucht Mut. Denn das, was vor einem liegt, ist ungewiss. Man malt es sich in seiner Fantasie aus, oder hat vielleicht schon konkrete Vorstellungen und einen Plan für die nächsten Schritte. Aber wie es tatsächlich werden wird, bleibt vorerst offen. Deshalb braucht es eine große Portion Vertrauen darin, dass das Neue auch gut werden kann.
Die biblische Losung des zu Ende gehenden Jahres richtete den Blick auf das Loslassen: „Prüfet alles und behaltet das Gute.“ (1. Thessalonicher 5,21). Die Losung für das neue Jahr knüpft daran an: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21,5)
Was dort in alle Kürze gesagt wird, ist eine roter Faden in den biblischen Erzählungen, die voller Neuanfänge sind: Kaum haben sie sich im Paradiesgarten eingerichtet, müssen Adam und Eva sich ein neues Zuhause suchen. Mose führt die Israeliten auf Umwegen in ein Land, das sie zwar aus Erzählungen kennen und doch völlig neu ist. Die Propheten mahnen, dass das Zusammenleben sich grundlegend ändern muss, damit nicht einige wenige auf Kosten von vielen leben. Jesus stellt das Leben vieler Menschen auf Neuanfang – indem er sie innerlich und äußerlich heilt, vom Rand in die Mitte der Gemeinschaft holt und manche zu seinen Jüngern beruft.
„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.“ Er ist ein Gott des Neuanfangs. Aber er kommt nicht mit der Abrissbirne. Das Neue wächst in der Bibel meistens behutsam: Aus einem Senfkorn wird erst mit der Zeit ein Baum. Ein jedes hat seine Zeit – das Neue wie auch das Abschiednehmen. Trauer wird in Freude verwandelt.
Am Beginn eines neuen Jahres schlägt die Stunde der guten Vorsätze. Von heute auf morgen soll es anders werden. Die Erfahrung zeigt: Bereits Ende Januar sind viele Vorsätze verpufft. Auch weil man zu viel zu schnell wollte. Die Jahreslosung legt eine andere Spur: Neues kommt. Aber behutsam und zu seiner Zeit. Oft beginnt es unscheinbar.
Manchmal spürt man solche Neuanfänge und dass die Zeit gekommen ist. Manchmal lässt es sich erst im Rückblick festmachen: Da hat es begonnen. Das war ein Wendepunkt und Neuanfang. Die Losung für das neue Jahr bietet die Gelegenheit, in den nächsten Monaten nach dem Neuen Ausschau zu halten und sich im Vertrauen zu üben. Einerseits im Vertrauen darauf, dass bei Gott nicht verloren geht, was man loslässt. Und zugleich im Vertrauen darauf, dass er einen in allem Neuen nicht alleine lässt, sondern dabei ist.
Pfarrerin Saskia Lieske
Gemeindebüro
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