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Gottesdienste finden unter Beachtung von Schutzkonzepten wieder statt. Bitte Informieren Sie sich auf den jeweiligen Ortsseiten.
Alle anderen Veranstaltungen in unseren Räumen sind unverändert bis auf Weiteres ausgesetzt.
Freiluftgottesdienst zu Himmelfahrt für unseren Pfarrbereich:
am 21. Mai 2020 - um 14.00 Uhr - Westerhausen (Königsstein)

Herzlich willkommen bei der Evangelischen Kirche im Pfarrsprengel Thale.

Wir  laden Sie ein in unsere Gemeinden in Thale, Bad Suderode, Friedrichsbrunn und Warnstedt. Normalerweise treffen wir uns hier regelmäßig, um Gottesdienste zu feiern, zu musizieren, zu diskutieren und zu spielen. In unseren Kirchen findet unser Glauben ein Zuhause, unser Herz eine Gemeinschaft und unsere Hände Kraft für das, was vor uns liegt.

"Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht."

Psalm 36:10


Ein Briefgottesdienst zum Sonntag Rogate 17.05.2020

Ein Briefgottesdienst zum Sonntag Rogate – Betet!

„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“ (Ps 66,20) Gebet gehört zum Glaubensleben. Manche beten mehrmals am Tag, andere beten zu besonderen Anlässen. Manche nutzen Worte, andere tanzen ihr Gebet. Die Welt des Gebets ist so vielfältig wie die Christenheit. Eine Verbindung schafft das Vaterunser, ein Gebet, das Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern mitgegeben hat.
Zur Einstimmung auf diesen Briefgottesdienst können Sie zum Beispiel einen Moment der Stille haben oder eines Ihrer Lieblingslieder anhören.

Anfangen

 

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

Lebendiger Gott, meine Zeit steht in deinen Händen. Lass mich in dir zur Ruhe kommen. Du weißt, was mich bewegt. Ich nehme es mit hinein in diesen Gottesdienst und bringe es vor dich. Denke an mich. Erhöre mich und sei mir nah.

Amen.

 

Jesus Christus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Als Zeichen dafür können Sie eine Kerze anzünden.

 

Worte aus Psalm 95

 

Kommt herzu, lasst uns dem Herrn frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils!

Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen!

Denn der Herr ist ein großer Gott

und ein großer König über alle Götter.

Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde,

und die Höhen der Berge sind auch sein.

Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht,

und seine Hände haben das Trockene bereitet.

Kommt, lasst uns anbeten und knien

und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat.

Denn er ist unser Gott

und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand.

Amen.

 

Ein Lied singen

 

Auch Lob und Dank sind Gebet. „Wie lieblich ist der Maien“ ist voll davon. Sie finden die Melodie im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 501 und auch bei YouTube.

 

1. Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt, des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht.

Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud.

2. Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein. Die Blüt zur Frucht vermehre, lass sie ersprießlich sein.

Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß; drum wollst du von uns wenden Mehltau, Frost, Reif und Schloss.

4. Mein Arbeit hilf vollbringen zu Lob dem Namen dein und lass mir wohl gelingen, im Geist fruchtbar zu sein;

die Blümlein lass aufgehen von Tugend mancherlei, damit ich mög bestehen und nicht verwerflich sei.

 

Auf Gottes Wort hören

 

Die Welt des Gebets ist vielfältig. Die einen sprechen ein kurzes Stoßgebet. Die anderen treffen sich zu Gebetskreisen und tauschen dort ihre Gebetsanliegen aus. Wieder andere lassen sich in die überlieferten Psalmengebete fallen. Manche wiederholen immer wieder diesen einen Satz: Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner – das sogenannte Herzensgebet aus der orthodoxen Kirche. Andere beten, indem sie tanzen, singen oder ihr Instrument zum Klingen bringen. Und wieder andere haben einen Gebetswürfel zu Hause, um mit ihren Kindern zu beten. Auf der einen Seite die Vielfalt des Gebets, auf der anderen Seite ein Predigttext, der dieser Vielfalt scheinbar einen Strich durch die Rechnung macht:

 

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.

Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.                                                                        (Matthäus 6,5-15)

 

Es scheint ein schmaler Grat zu sein, auf dem man sich beim Gebet bewegt. Auf der einen Seite droht die Selbstdarstellung, auf der anderen Seite das ungehemmte Plappern. Dabei drängen sich Fragen auf: Droht nicht jedes öffentliche Gebet von anderen als Selbstdarstellung empfunden zu werden? Wie kann man dann überhaupt noch gemeinsam beten? Wo fängt eigentlich das Plappern an? Und ist Gott nicht im Zweifelsfall der Einzige, dem der Mensch sein Herz ungefiltert ausschütten kann? Jesu Worte scheinen erstmal ziemlich viel infrage zu stellen, was das Gebet angeht. Als ob es nicht so schon schwer genug wäre. Beten ist oftmals ein Wagnis: Man wendet sich an ein Du, das man nicht sieht und dessen Existenz man manches Mal nur erahnt, statt sie felsenfest zu spüren. Worte werden gesucht, aber nicht immer gefunden. Und schließlich betet man zwar in der Hoffnung, dass Gott das Gebet erhört. Aber es gehört ein ums andere Mal zu den Erfahrungen, dass Gebete nicht gewirkt haben. Manche Not bleibt dennoch bestehen. Wer betet, der wagt sich hinaus ins Ungewisse.

 

Jesus malt nicht nur eine Drohkulisse. Darum sollt ihr so beten… Was dann folgt, ist jenes Gebet, das zur DNA des Christentums gehört. Kinder lernen es, Erwachsene verlernen es selten. Selbst wenn Menschen der Kirche schon lange den Rücken zugekehrt haben, können sie meistens das Vaterunser noch mitsprechen. Wenn Menschen nicht mehr wissen, was sie beten sollen, dann legen sie alles ins Vaterunser hinein. Wenn Christen verschiedener Muttersprachen miteinander beten, dann sprechen sie das Vaterunser, weil sein Rhythmus in der sprachlichen Vielfalt Orientierung gibt. Und auch wenn die selbstgebauten Mauern zwischen christlichen Gruppen noch so hoch sein mögen, ein gemeinsam gesprochenes Vaterunser vermag sie wenigstens für einen kleinen Moment zu überwinden. Wie gut, dass Jesus seinen Nachfolger*innen ein Gebet mit auf den Weg gegeben hat, das den bunten Haufen verbindet. So wird sichtbar, womit dieses Gebet beginnt: Bei allen verschiedenen Prägungen ist es doch ein gemeinsamer Vater, den Christinnen und Christen haben.

 

Das Vaterunser ist schnell dahingesagt. Aber man erhält eine Ahnung von der Tiefe dieses Gebetes, wenn man sich jede einzelne Bitte auf der Zunge zergehen lässt. Da ist die Rede davon, dass Gottes Wille geschehen möge – also gerade nicht mein eigener. Da wird um das tägliche Brot gebeten – und der Sorge um die fernere Zukunft eine Absage erteilt. Da wird Gott um Vergebung gebeten – und im gleichen Atemzug auch gesagt, dass man denen vergibt, die einem etwas schuldig geblieben sind. Da ist von Versuchungen die Rede – und der Hoffnung, dass Gott einen nicht hineinführt. Es sind kurze Bitten, aber sie führen hinaus in eine Weite, wo genügend Raum ist, seine ganz eigenen Gedanken anzufügen. Daraus schöpft dieses Gebet seine große Kraft und Bedeutung.

 

Jesus erteilt der Vielfalt des Gebets keine Absage. Hier in der Bergpredigt macht er den Menschen ein Angebot, mit welchen Worten sie beten können. An anderer Stelle ermuntert er sie zum freien Gebet. Er erteilt jedoch der Zurschaustellung der eigenen Frömmigkeit eine Absage. Denn im Mittelpunkt des Gebetes steht die Beziehung zu Gott, dem man sich mit allem, was einen bewegt, anvertraut – mal in freien, mal in überlieferten Gebeten, mal mit vielen Worten, mal mit einem Seufzer. Und so verschieden die Menschen sind, so verschieden sind dann auch die Orte, wo diese Beziehung gepflegt wird: im stillen Kämmerlein oder im Gebet der Gemeinde, beim Spaziergang oder beim Joggen, am Küchentisch oder am Bett der Kinder, in der Kirche oder in den eigenen vier Wänden. Die Welt des Gebets ist vielfältig.

 

Amen.

Beten

 

Sprechen Sie das Vaterunser ganz bewusst. Welche Gedanken kommen Ihnen bei den einzelnen Bitten in den Sinn? Geben Sie ihnen ruhig innerlich Raum und lassen Sie Gott auf diese Weise Anteil haben an dem, was sie bewegt.

 

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde Dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft

und die Herrlichkeit

in Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

 

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott –Vater, Sohn und Heiliger Geist. Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.

Amen.

Zum Abschluss können Sie noch einen Moment Stille halten oder eines Ihrer Lieblingslieder hören und den Gottesdienst so ausklingen lassen.

 

Wir erhalten die Doppelstruktur der Gottesdienste vorerst aufrecht. Deshalb wird es auch weiterhin diese Briefgottesdienste geben. Hinzu kommen die Gottesdienste in den Kirchen vor Ort. Weiterhin empfehlenswert sind auch die Fernsehgottesdienste in ARD und ZDF.

Wenn Sie ein Gespräch oder einen Besuch wünschen, melden Sie sich bitte bei mir. Sie erreichen mich telefonisch unter 03947/7799599 sowie 0176/34506059 oder per E-Mail unter pfarramt@evangelischekirchethale.de

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag. Der Herr ist auferstanden!

Ihre Pfarrerin Saskia Lieske

Ein Briefgottesdienst zum Sonntag Jubilate 03.05.2020

Ein Briefgottesdienst zum Sonntag Jubilate – Jubelt!

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Korintherbrief 5,17) So lautet der Spruch für die kommende Woche. Was heißt das, in Christus zu sein? Und wie kann das Neue aussehen? Darum soll es heute gehen.

Zur Einstimmung auf diesen Briefgottesdienst können Sie zum Beispiel einen Moment der Stille haben oder eines Ihrer Lieblingslieder anhören.

Anfangen

 

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

Gott, es ist Frühling. Überall ist Neues zu sehen. Manchmal sehne ich mich auch in meinem Leben nach so einem kraftvollen, frühlingshaften Erwachen. Manchmal ist es mir aber auch zu viel Neues in zu kurzer Zeit. So bin ich hier mit meiner Furcht und meiner Hoffnung und feiere diesen Gottesdienst, verbunden mit anderen Menschen. Danke, dass du auch da bist!

Amen.

Jesus Christus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Als Zeichen dafür können Sie eine Kerze anzünden.

Worte aus Psalm 66

Der Auftakt des 66. Psalms hat diesem Sonntag seinen Namen gegeben: Jubelt! Gott zu jubeln – das klingt ungewohnt. Was reißt Sie vor lauter Freude vom Hocker? Wann haben Sie das letzte Mal die Faust zum Jubel geballt? Nehmen Sie diese Erinnerungen doch mit, wenn Sie in Psalm 66 einstimmen:

 

Jubelt Gott zu, all ihr Länder, singt Psalmen zur Ehre seines Namens, lasst sein Lob auf herrliche Weise erklingen!

Sagt zu Gott: »Wie ehrfurchtgebietend sind doch deine Taten! Wegen deiner großen Macht müssen selbst deine Feinde unterwürfig vor dich kommen. Alle Länder werden sich anbetend vor dir beugen und dir Psalmen singen, ja, deinen Namen werden sie besingen.«

Kommt und seht, welch große Taten Gott vollbracht hat! Erhaben und erschreckend zugleich ist sein Handeln an den Menschen.

Er verwandelte das Meer in trockenes Land. Trockenen Fußes konnte unser Volk auch den Jordan durchqueren. Dabei freuten wir uns über unseren Gott!

In seiner Macht herrscht er für immer und ewig. Seine Augen blicken wachsam auf die Völker – widerspenstige Menschen sollen es nicht wagen, sich gegen ihn zu erheben!

Preist, ihr Völker, unseren Gott! Lasst mit lauter Stimme sein Lob erklingen!

Er belebt unsere Seele und bewahrt unsere Füße vor dem Stolpern.

Amen. 

Ein Lied singen

 

Halleluja – Gelobt sei Gott! Auch das Lied für diese Woche steht ganz im Zeichen des Jubels. Sie finden die Melodie im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 110 und auch bei YouTube.

 

1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ,

Halleluja, Halleluja,

in deiner Urständ fröhlich ist.

Halleluja, Halleluja.

2. Das himmlisch Heer im Himmel singt,

Halleluja, Halleluja,

die Christenheit auf Erden klingt.

Halleluja, Halleluja.

5. Der Sonnenschein jetzt kommt herein,

Halleluja, Halleluja,

und gibt der Welt ein’ neuen Schein.

Halleluja, Halleluja.

 

Auf Gottes Wort hören

 

Christus spricht: »Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weinbauer. Jede Rebe an mir, die nicht Frucht trägt, schneidet er ab; eine Rebe aber, die Frucht trägt, schneidet er zurück; so reinigt er sie, damit sie noch mehr Frucht hervorbringt. Ihr seid schon rein; ihr seid es aufgrund des Wortes, das ich euch verkündet habe. Bleibt in mir, und ich werde in euch bleiben. Eine Rebe kann nicht aus sich selbst heraus Frucht hervorbringen; sie muss am Weinstock bleiben. Genauso wenig könnt ihr Frucht hervorbringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wenn jemand in mir bleibt und ich in ihm bleibe, trägt er reiche Frucht; ohne mich könnt ihr nichts tun. Wenn jemand nicht in mir bleibt, geht es ihm wie der unfruchtbaren Rebe: Er wird weggeworfen und verdorrt. Die verdorrten Reben werden zusammengelesen und ins Feuer geworfen, wo sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, könnt ihr bitten, um was ihr wollt: Eure Bitte wird erfüllt werden.

(Johannes 15,1-8)

 

Frucht tragen. Frucht hervorbringen. Eine reichlich fruchttragende Rebe sein, keine unfruchtbare. Zurückgeschnitten und ins Feuer geworfen werden. Noch mehr Frucht hervorbringen. Diese Worte hallen in mir wider. Je öfter ich sie höre, desto kleiner werde ich. Hinuntergedrückt von den Erwartungen, die da an mich gerichtet werden. Wie viel Frucht ist wohl gut genug? Wie kann ich gegen die anderen bestehen, deren Handeln irgendwie immer viel mehr Früchte als ich hervorbringt? Doch je öfter ich mir den Predigttext durchlese, desto mehr höre ich auch den Jesus, der mal gesagt hat, dass alle zu ihm kommen können, die schwer an Lasten tragen. Es geht nicht nur um die Früchte des eigenen Handelns. Am Anfang steht das Bleiben. Einfach erstmal bei ihm, der Quelle, sein. Auf seine Worte hören. Die Stille aushalten. Die Augen für Zeichen von ihm offenhalten. Nach Erfahrungen mit ihm in der eigenen Vergangenheit suchen, um Hoffnung für die Gegenwart zu schöpfen. Noch vor allem Frucht bringenden Tun steht das Bleiben.

 

Bleibt in mir, und ich werde in euch bleiben.

 

Immer noch Kontaktbeschränkungen. Ich schaue in die Gemeindebriefe und lese von all den geplanten Veranstaltungen. Sie scheinen aus einer anderen Zeit zu stammen, als eine Nachricht über das Coronavirus noch eine neben anderen war. Seit Wochen steht das gemeinsame Leben in den Gemeinden fast still. Wann es weitergeht, ist derzeit nur schwer absehbar. Und bis wir wieder ohne Abstandsregeln beieinander sein können, die vertrauten Gottesdienste feiern, miteinander singen und Feste feiern, wird es noch eine lange Zeit dauern. Und doch: Gemeindeleben findet statt – in Gebeten füreinander, in Telefonaten, in schriftlichen Grüßen an die Menschen in Seniorenheimen, in kurzen Begegnungen auf der Straße, in der digitalen Entdeckerzeit, in geöffneten Kirchen, in Briefgottesdiensten. Kirchliches Leben hat neue Formen angenommen. Manches davon ist sichtbar, wie die digitalen Gottesdienste, anderes geschieht im Verborgenen.

 

Bleibt in mir, und ich werde in euch bleiben.

 

Schon seit Tagen war sie an der offenen Tür der Kirche vorbeigegangen. Es zog sie hinein in diesen Raum, der die Gebete so vieler Menschen atmete. Aber ihre Verletzungen hielten sie fern. Erst war der Sohn gestorben, vor ein paar Jahren dann auch der Mann. Und mit jedem Mal war Gott ihr etwas ferner geworden. Nur zaghaft ging sie hinein. Jetzt sitzt sie hier. Im Schatten einer Säule, den Altar noch gut im Blick. Eine Kerze flackert, das Sonnenlicht kommt nur schwer durch die dunklen Fenster. Sie weiß nicht so recht, was sie hier soll. Gebetet hat sie schon lange nicht mehr. Also sitzt sie da und schweigt. Ihre Gedanken fahren Achterbahn, so viel geht ihr durch den Kopf. Aber je länger sie da so sitzt, desto ruhiger wird es in ihr. Und dann, ganz leise, kaum hörbar, aber doch deutlich zu spüren, taucht da ein Satz in ihr auf: Ich bin da, hier bei dir!

 

Bleibt in mir, und ich werde in euch bleiben.

 

Bleibt in mir! Manchmal hört es sich wie eine Durchhalteparole an. Bleibt, auch wenn ich euch fern erscheine. Auch wenn ihr meine Spuren in eurem Leben gerade nicht seht. Auch wenn ihr wütend und enttäuscht seid.

Bleibt in mir! Manchmal hört es sich wie eine Warnung an. Bleibt, denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Denn dann könnt ihr effizient Frucht bringen. Denn sonst fallt ihr aus der Gemeinschaft mit mir raus.

Bleibt in mir! Manchmal hört es sich wie eine Bitte an. Bleibt, weil ihr bei mir Kraft für euren Alltag bekommt. Weil ihr einen guten Weingärtner habt, der umsichtig für euch sorgt. Weil ihr mir nichts beweisen müsst; ich liebe euch bedingungslos.

Bleibt in mir! Manchmal hört es sich wie eine Einladung an. Bleibt, denn ich will euch das Vertrauen in neue Anfänge nach Enttäuschungen geben. Denn mit mir ist Versöhnung nach Streit möglich. Denn ich will euch immer wieder neu begeistern.

 

Bleibt in mir, und ich werde in euch bleiben.

Amen.

Beten

 

Wofür sind Sie Gott in dieser Woche dankbar? Was liegt Ihnen schwer im Magen? Welche Menschen liegen Ihnen am Herzen? Sagen Sie Gott, was Ihnen auf der Seele liegt.

 

Gerne können Sie auch folgendes Gebet sprechen:

 

Jesus Christus, du gibst die Kraft zum Leben. Gib sie den Menschen in überfüllten Flüchtlingslagern, besonders den Familien. Gib sie den Menschen, die um die Opfer des Anschlags von Hanau trauern. Gib sie den Menschen, die von Krieg und Gewalt traumatisiert sind. Herr, erbarme dich!

 

Jesus Christus, du gibst die Kraft zum Neuanfang. Gib sie den Menschen, die sich im Streit überworfen haben. Gib sie den Menschen, die nach Flucht ein neues Leben beginnen wollen. Gib sie den Menschen, die vor einem Scherbenhaufen stehen. Herr, erbarme dich!

 

Jesus Christus, du gibst die Kraft zum Lieben. Gib sie den Menschen, deren Herz von Hass gezeichnet ist. Gib sie den Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Gib sie den Menschen, die sich selbst nach Liebe sehnen. Herr, erbarme dich!.

 

Das und alles, was mich bewegt, lege ich in dein Gebet, das mich mit so vielen Christinnen und Christen verbindet, die es auch beten:

 

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

 

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott –Vater, Sohn und Heiliger Geist. Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.

Amen.

Zum Abschluss können Sie noch einen Moment Stille halten oder eines Ihrer Lieblingslieder hören und den Gottesdienst so ausklingen lassen.

 

Noch ein Hinweis: Die Einschränkungen im öffentlichen Leben werden langsam gelockert. Das betrifft auch das kirchliche Leben. Zumindest Gottesdienste werden bald wieder möglich sein, allerdings anders als bisher. Die Gemeindekirchenräte treffen dazu in den kommenden Wochen Absprachen, wie die Vorgaben zur Hygiene seitens des Landes und der Landeskirche hier umgesetzt werden können. Wir werden Sie informieren, sobald Gottesdienste wieder möglich sind und wie wir sie dann feiern. Bitte haben Sie Geduld. Ich verstehe die Sehnsucht nach Gottesdiensten in Gemeinschaft, aber nach wie vor geht es um einen verantwortungs- und rücksichtsvollen Umgang mit der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag. Der Herr ist auferstanden!

Ihre Pfarrerin Saskia Lieske

Ein Briefgottesdienst zum 2. Sonntag nach Ostern 26.04.2020

Ein Briefgottesdienst zum 2. Sonntag nach Ostern

Der zweite Sonntag nach Ostern steht ganz im Zeichen Gottes als des guten Hirten. Wie Hirten für ihre Herde Sorge tragen und sie im Blick haben, so sorgt Gott für uns Menschen. Jesus selbst bezeichnet sich als guten Hirten, wie der Wochenspruch in Erinnerung ruft: „Ich bin der gute Hirte.  Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“ (Johannes 10) 

Zur Einstimmung auf diesen Briefgottesdienst können Sie zum Beispiel einen Moment der Stille haben oder eines Ihrer Lieblingslieder anhören.

Anfangen

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Gott, du bist der gute Hirte. Du kennst mich, meine Stärken, meine Schattenseiten. Du weißt, was mir in den letzten Tagen gelungen ist und wo ich hinter Erwartungen zurückgeblieben bin. So bin ich hier und feiere diesen Gottesdienst, für mich und doch verbunden mit anderen. Erfrische meine Seele, damit ich gestärkt in diese neue Woche gehen kann. Amen.

Jesus Christus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“  Als Zeichen dafür können Sie eine Kerze anzünden.

Worte aus Psalm 23

Wohl kein anderer Psalm dürfte bekannter sein als Psalm 23. Manchmal wird er kräftig voller

Zuversicht gebetet, ein andermal ist er eine leise Hoffnung auf den Lippen der Betenden.

Manchmal geht man mitten durch das finstere Tal, ein andermal genießt man gerade die Fülle des

Lebens. Wie stimmen Sie heute in diesen Psalm ein?


Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein

Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und

schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause

des HERRN immerdar. Amen.


Ein Lied singen

Wofür sind Sie Gott im Rückblick auf die vergangene Woche dankbar? Was Ihnen in den Sinn

kommt, können Sie in das nächste Lied mitnehmen. Sie finden die Melodie im Evangelischen

Gesangbuch unter der Nummer 447 und auch bei YouTube.

1. Lobet den Herren alle, die ihn ehren; laßt uns mit Freuden seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren!

2. Dass unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren!

7. Gib, dass wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen ungehindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren!


Auf Gottes Wort hören

So langsam neigen sich die Osterschokoladenvorräte ihrem Ende entgegen. Die Ostereier verschwinden nach und nach von den Bäumen der Vorgärten. Der Ostergruß „Der Herr ist auferstanden“, mit Kreide auf den Gehweg geschrieben, verblasst. Was bleibt von Ostern, wenn der Alltag wiederkommt und die sichtbaren Erinnerungen an das Fest verschwinden? Wenn man dem Autor des 1. Petrusbriefes Glauben schenkt, dann bleibt sehr viel, nämlich Menschen, die in Jesu Fußstapfen treten und seinem Beispiel folgen:

Auch Christus hat ja für euch gelitten und hat euch damit ein Beispiel hinterlassen. Tretet in seine

Fußstapfen und folgt ihm auf dem Weg, den er euch vorangegangen ist – er, der keine Sünde

beging und über dessen Lippen nie ein unwahres Wort kam; er, der nicht mit Beschimpfungen

reagierte, als er beschimpft wurde, und nicht mit Vergeltung drohte, als er leiden musste, sondern

seine Sache dem übergab, der ein gerechter Richter ist; er, der unsere Sünden an seinem eigenen

Leib ans Kreuz hinaufgetragen hat, sodass wir jetzt den Sünden gegenüber gestorben sind und

für das leben können, was vor Gott richtig ist. Ja, durch seine Wunden seid ihr geheilt. Ihr wart

umhergeirrt wie Schafe, die sich verlaufen haben; doch jetzt seid ihr zu dem zurückgekehrt, der

als euer Hirte und Beschützer über euch wacht.

(1. Petrusbrief 2,21b-25)

Das Beispiel Christi: Er hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Er hat nicht gelogen. Er hat

nicht beleidigt oder wie ein Rohrspatz zurückgeschimpft. Er hat sich nicht von Rachegelüsten

treiben lassen. Das ist der Weg, den Christus vorangegangen ist. Das ist der Weg, auf dem ihm

Menschen nachfolgen sollen.

Aber: Welche Menschen hat der Briefschreiber da bloß vor Augen? Wer soll nur annähernd im

alltäglichen Leben in diese Fußstapfen treten können? Wenn ich an Menschen denke, die

versuchen, Christus nachzufolgen, dann habe ich andere Menschen vor Augen: Eltern, die beim

Spagat zwischen Kinderbetreuung und Arbeit von dem Gefühl erdrückt werden, niemandem

gerecht zu werden; einen Freund, der in seiner Not lügt und behauptet, nicht im Tagebuch seiner

Freundin gelesen zu haben; eine Autofahrerin, die beim Überholen böse rüberschaut und noch

einige Meter braucht, bis das letzte Schimpfwort über die Lippen gegangen ist; einen Fußballer,

der zu einer Grätsche ansetzt – schließlich wurde er selbst gerade vom Gegner umgelegt. Ich

denke an Menschen wie dich und mich und daran, wie Christi Fußstapfen viel zu groß sind.

Der Briefschreiber ahnt das womöglich auch. Immerhin geht er mit offenen Augen durch die Welt.

Aber davon lässt er sich nicht unterkriegen. In seinen Briefzeilen kommt ein anderer Gedanke zum

Klingen: Traut euch was zu! Als Jesus am Kreuz starb, da hat er für das Sorge getragen, was euch

von Gott und euren Mitmenschen trennt: Schuld, Lügen, Beschimpfungen, Rachegelüste. All das

hat dort am Kreuz seinen Platz. Aber ihr seid mehr als eure Grenzen. Gott traut euch etwas zu,

ich ebenso, und ihr selbst solltet es auch tun.

Woher der Briefschreiber diese Zuversicht nimmt? Das deutet er erst am Ende des Abschnittes

an, aber das Vertrauen dahinter muss felsenfest sein: Gott ist als Hirte und Beschützer für die

Menschen da, noch bevor die überhaupt einen Schritt auf dem Weg Jesu gegangen sind. Es geht

nicht darum, als Mensch in Vorleistung zu gehen und sich erstmal erfolgreich in Christi Fußspuren

zu bewähren. Ganz im Gegenteil: Noch vor jedem ersten Schritt ist Gott da – als aufmerksamer

Hirte, der jeden einzelnen im Blick hat, aber auch Freiräume lässt.

Was bleibt von Ostern? Sicher keine Menschen, die immer und unter allen Umständen dem

Beispiel Christi folgen. Dafür sind die Fußstapfen Jesu schlicht zu groß und die eigenen Grenzen

zu eng. Aber vielleicht bleiben ja doch Menschen, die sich ein Herz fassen und losgehen – weil es

nicht um Leistung geht, weil sie neugierig sind, was sich so auf diesem Weg verändert, oder weil

Gott ihr Herz entfacht hat. Und mit jedem Schritt, den sie auf dem Weg Christi gehen, wird etwas

von der Liebe sichtbar, die Gott als der gute Hirte für die Menschen hat.

Amen.

Beten

Beten heißt, mit Gott zu reden. Wofür sind Sie ihm dankbar? Welche Gedanken kreisen in Ihrem

Kopf? An welche Menschen denken Sie?

Sagen Sie Gott, was Ihnen auf der Seele liegt.

Gerne können Sie auch folgendes Gebet sprechen:


Gott, du bist der gute Hirte. Führe zum frischen Wasser, wo es neue Kraft gibt,

alle, die in der Pflege arbeiten,

alle, die von Krankheit geplagt sind,

alle, die Abschied nehmen müssen,

alle, die vor großen Entscheidungen stehen,

alle, denen die eigenen vier Wände langsam zu eng werden,

alle, die sich gerade auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten,

alle, die mit ihren eigenen Grenzen konfrontiert sind,

alle, die sich nach grünen Auen sehnen.


Das und alles, was mich bewegt, lege ich in dein Gebet, das mich mit so vielen Christinnen und

Christen verbindet, die es auch beten:


Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie

im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie

auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns

von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott –Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.

Amen.


Zum Abschluss können Sie noch einen Moment Stille halten oder eines Ihrer Lieblingslieder

hören und den Gottesdienst so ausklingen lassen.


Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag. Der HERR ist auferstanden!

Ihre Pfarrerin Saskia Lieske

Ein Briefgottesdienst zum 19.04.2020 Quasimodogeniti

Ein Briefgottesdienst zu Quasimodogeniti

Auch wenn Ostern schon wieder eine Woche her ist, befinden wir uns noch mitten in der österlichen Festzeit. Daran erinnert auch der Wochensprch aus dem 1. Brief des Apostels Petrus: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ (1. Petrus 1,3).

Wenn Sie mögen, dann suchen Sie sich einen schönen Ort für diesen Gottesdienst und machen Sie es sich gemütlich.
Zur Einstimmung können Sie zum Beispiel einen Moment der Stille haben oder eines Ihrer Lieblingslieder anhören.

Anfangen

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Lebendiger Gott, ich bin hier, verbunden mit den Menschen, die heute Gottesdienst feiern. Meine Zeit steht in deinen Händen, der du Himmel und Erde gemacht hast und dem treu bist, was du geschaffen hast. Segne diese Zeit.

Amen.

Jesus Christus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Als Zeichen dafür können Sie eine Kerze anzünden.

Worte aus Psalm 116

Seit Jahrtausenden beten Menschen mit den Worten der Psalmen und bringen so Dank, Klage, Bitten und Lob vor Gott. Darin stimmen auch wir mit Worten aus dem 116. Psalm ein:

Ich liebe den Herrn, denn er hat mich gehört, als ich laut zu ihm um Hilfe flehte.

Ein offenes Ohr hat er mir geschenkt, darum will ich mein Leben lang zu ihm rufen.

Der Tod hatte seine Arme schon nach mir ausgestreckt, das Totenreich warf seine Schatten voraus, in Not und Leid war ich geraten. Da rief ich den Namen des Herrn an: »O Herr, rette doch mein Leben!«

Gnädig und gerecht ist der Herr, ja, voll Erbarmen ist unser Gott!

Der Herr beschützt die Hilflosen.

Ich war schwach, doch er hat mich gerettet.

Komm wieder zur Ruhe, meine Seele, denn der Herr hat dir Gutes erwiesen. Ja, du hast mich vor dem Tod gerettet, meine Tränen hast du getrocknet und meine Füße vor dem Ausgleiten bewahrt, damit ich nicht zu Fall komme.

So kann ich meinen Weg gehen in der Nähe des Herrn, ja, ich darf am Leben bleiben. Als Dank für die Rettung will ich beim Festmahl den Becher erheben und den Namen des Herrn ausrufen. Amen.

Ein Lied singen

Jesus ist von den Toten erstanden. Das wird im Wochenlied „Der schöne Ostertag“ gleich zwölfmal wiederholt, vielleicht damit sich diese Botschaft in den Herzen und Köpfen der Singenden festsetzt. Sie finden die Melodie im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 117 und auch bei YouTube.

1. Der schöne Ostertag! Ihr Menschen, kommt ins Helle! Christ, der begraben lag, brach heut aus seiner Zelle.

Wär vorm Gefängnis noch der schwere Stein vorhanden, so glaubten wir umsonst. Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden.

2. Was euch auch niederwirft, Schuld, Krankheit, Flut und Beben – er, den ihr lieben dürft, trug euer Kreuz ins Leben.

Läg er noch immer, wo die Frauen ihn nicht fanden, so kämpften wir umsonst. Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden

4. Muss ich von hier nach dort – er hat den Weg erlitten. Der Fluss reißt mich nicht fort, seit Jesus ihn durchschritten.

Wär er geblieben, wo des Todes Wellen branden, so hofften wir umsonst. Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden

Auf Gottes Wort hören

Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«? Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

(Jesaja 40,26-31)

Ich bin mit diesem Vers aufgewachsen. Unzählige Male ging ich an ihm vorbei; oft habe ich ihn nicht beachtet, manches Mal ihn ganz bewusst gelesen. „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler.“ – Golden stehen diese Worte des Propheten Jesaja am Haupthaus der Franckeschen Stiftungen in Halle. Die Stiftungen sind die Lebenswelt vieler verschiedener Menschen jeden Alters. Schüler*innen, Kindergartenkinder, Eltern, die Mitglieder der Universität, Mitarbeiter*innen der Stiftungen, Bewohnerinnen und Besucher des Altenheims, Tourist*innen – sie alle gehen auf dem Gelände ein und aus. Im Gepäck haben sie ihre Lebenslage. Manchmal trägt sich dieses Gepäck leicht, ist kaum zu spüren und mit lauter Lebensfreude gefüllt. Manchmal trägt es sich schwer, weil es voller Sorgen ist: Werde ich die Prüfung bestehen? Wann hören Mama und Papa endlich auf zu streiten? Wird das Geld im nächsten Monat reichen? Ob es richtig war, dass Vati jetzt im Pflegeheim wohnt? Über ihren Wegen durch die Stiftungen steht ein Zuspruch: „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler.“

Harren. In der Alltagssprache begegnet dieses Wort selten. Vieles ist schnell verfügbar, Lieferdiensten und modernen Kommunikationsmedien sei Dank. Und doch gibt es Momente, in denen Menschen harren. Sie warten sehnsüchtig und klammern sich an der Aussicht auf das Eintreffen fest –auf die gute Nachricht in einer Notlage, das Wiedersehen mit einer geliebten Person, den Frühling nach dem Winter, die Rückkehr zur Normalität nach dem Ausnahmezustand. Im Harren klingt an, dass es so einiges gibt, was nicht in der Hand der Menschen liegt und wonach sie sich doch sehnen.

Die Jünger harren in ihren Häusern. Sie harren auf ein Wiedersehen mit Jesus. Von den Frauen hatten sie gehört, dass das Grab leer sei und dass Jesus ihnen begegnen würde. Sie harren auf ein Ende ihrer Furcht und die Rückkehr ihrer Zuversicht. Sie harren darauf, dass sie begreifen und in ihren Herzen verstehen, was da binnen Tagen passiert war – erst die jubelnden Menschenmassen, dann die Hinrichtung ihres Freundes und dann das leere Grab. Etwas Neues war angebrochen. Aber nach den Ereignissen der vergangenen Woche waren sie noch müde und matt. Wie sie da noch beisammen sind und harren, kommt plötzlich Jesus zu ihnen und bringt ihnen ein Wort für ihre aufgewühlten Herzen mit: „Friede sei mit euch!“

Einzelne Erlebnisse können ermüden und matt machen, ebenso wie das Gepäck, das man durchs Leben schleppt, oder die Sorgen, die einem über den Kopf wachsen. Da hinein kommt das Lob des Propheten Jesaja: Menschen werden müde und matt, straucheln und fallen auf dem Weg durchs Leben. Aber Gott wird weder müde noch matt, den Menschen Kraft und Stärke zu geben, damit sie weitergehen können. Am Anfang sind die Prophetenworte vielleicht nicht mehr als eine leise Hoffnung, die den Zweifel nicht verstummen lässt: Ob es wirklich was nützt, auf Gott zu harren? Ob er mir tatsächlich die Kraft gibt, die ich so dringend brauche? Oder wendet er sich vielleicht doch müde und matt von mir ab? Und doch: Wer in Jesajas Lobpreis einstimmt, der kann Anteil an dieser Hoffnung bekommen. Loben führt den Menschen über sich selbst heraus. Loben schärft die Sinne für die Menschen und die Natur um einen herum, für die Farben, die Düfte und die Liebe. Lobpreis öffnet den Menschen für den lebendigen Gott, der nicht müde wird, den Menschen Kraft zu geben. Immer wieder aufs Neue und sooft er es braucht.

Amen.

Beten

Sagen Sie Gott, was Ihnen auf der Seele liegt. Wo brauchen Sie neue Kraft? Wofür können Sie Gott danken? Welche Menschen gehen Ihnen durch den Kopf?

Gerne können Sie auch folgendes Gebet sprechen:

Guter Gott, du wirst nicht müde, unsere Gebete zu hören. Deshalb bitten wir im Vertrauen darauf, dass du sie auch erhörst:

Für alle, die in diesen Tagen an ihre Belastungsgrenze kommen.

Für alle, die in pflegenden Berufen arbeiten.

Für alle, die den Spagat zwischen Kinderbetreuung und home office bewältigen müssen.

Für alle, die sich nach Gemeindeleben sehnen.

Für alle, die Entscheidungen treffen und dabei so verschiedene Interessen berücksichtigen müssen.

Für alle, die ihren Geburtstag alleine feiern.

Für alle, die um einen geliebten Menschen trauern.

Das und alles, was mich bewegt, lege ich in dein Gebet, das mich mit so vielen Christinnen und Christen verbindet, die es auch beten:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. 

Amen.

Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott –Vater, Sohn und Heiliger Geist. Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.

Amen.

Zum Abschluss können Sie noch einen Moment Stille halten oder eines Ihrer Lieblingslieder hören und den Gottesdienst ausklingen lassen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag. Der HERR ist auferstanden!

Ihre Pfarrerin Saskia Lieske

Ein Briefgottesdienst zum Ostersonntag

Ein Briefgottesdienst zu Ostern

Rund um den Globus feiern Christinnen und Christen heute das Fest der Auferstehung. Mit ihnen verbinden wir uns, wenn wir als Gemeinde diesen Briefgottesdienst feiern.

Suchen Sie sich einen schönen Ort für diesen Gottesdienst. Vielleicht können Sie ihn sogar auf Ihrer Gartenbank inmitten der aufblühenden Natur feiern. Sie ist ein Zeichen für das neue Leben.

Zur Einstimmung auf den Gottesdienst können Sie zum Beispiel einen Moment der Stille haben oder eines Ihrer Lieblingslieder anhören.

Anfangen

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Jesus Christus, heute ist das Fest deiner Auferstehung. Wir feiern es in diesem Jahr anders – an ungewohnten Orten, ohne die vertrauten Gesichter der Gemeinde, ohne festlichen Klänge der Posaunen und Orgeln in den Kirchen. Und doch: Wir feiern. Denn du bist auferstanden. Du lebst.

Im Vertrauen darauf bin ich hier, verbunden mit allen Menschen, die heute weltweit deine Auferstehung feiern. Segne diese Zeit.

Amen.

Jesus Christus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Als Zeichen dafür können Sie eine Kerze anzünden.

Worte aus Psalm 118

Seit Jahrtausenden beten Menschen mit den Worten der Psalmen und bringen so Dank, Klage, Bitten und Lob vor Gott. Darin stimmen auch wir mit Worten aus dem 118. Psalm ein:

Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.

Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg! Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg!

Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen.

Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.

Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen.

Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.

Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.

Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Amen.

Ein Lied singen

Halleluja – Lobt Gott! In diesem Jubel können Sie mit dem Lied „Er ist erstanden, Halleluja!“ einstimmen. Sie finden die Melodie im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 116 und auch bei YouTube.

1. Er ist erstanden, Halleluja! Freut euch und singet, Halleluja! Denn unser Heiland hat triumphiert, all seine Feinde gefangen er führt.

Lasst uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat vom ewigen Tod. Sünd ist vergeben, Halleluja! Jesus bringt Leben, Halleluja!

2. Er war begraben drei Tage lang. Ihm sei auf ewig Lob, Preis und Dank; denn die Ge-walt des Todes ist zerstört; selig ist, wer zu Jesus gehört.

Lasst uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat vom ewigen Tod. Sünd ist vergeben, Halleluja! Jesus bringt Leben, Halleluja!

4. „Geht und verkündigt, dass Jesus lebt, darüber freu sich alles, was lebt. Was Gott ge-boten, ist nun vollbracht, Christ hat das Leben wieder-gebracht.“

Lasst uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat vom ewigen Tod. Sünd ist vergeben, Halleluja! Jesus bringt Leben, Halleluja!

Auf Gottes Wort hören

Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.

Gott sei Dank: Irgendwann fingen Maria Magdalena und Maria wieder an, zu reden. Im ersten Moment hatte es ihnen die Sprache verschlagen. Natürlich. Was soll auch geschehen, wenn man, noch benommen von der Trauer, zu einem Grab geht, um noch einmal den Leichnam zu sehen und zu salben, und dann plötzlich alles so ganz anders ist als erwartet. Der schwere Stein ist bereits weggerollt. Und ungefähr dort, wo Jesu Leichnam liegen sollte, sitzt ein Jüngling mit einer ziemlich unglaublichen Botschaft: Jesus ist nicht hier. Er ist auferstanden. Von diesem Schrecken müssen sich die beiden Frauen erstmal erholen. Aber dann gehen sie los. Ausgehend von zwei Frauen wird die beste Botschaft der Welt hinaus in alle Länder getragen.

„Man soll die Feste feiern, wie sie fallen.“ Dieser Satz fällt vor allem dann, wenn außer der Reihe ein Fest gefeiert werden soll – weil eine Prüfung bestanden wurde, lang erhoffter Besuch unmittelbar vor der Tür steht oder eine Wegetappe erreicht wurde. Ostern ist dagegen schon lange geplant. Unvermittelt kommt es nicht, denn die Passionszeit kündigt es an. Dennoch ist mir in diesem Jahr nicht so richtig zum Feiern zumute. Mir fehlt so manches, was für mich zum Oster-fest dazugehört: die Gottesdienste der Karwoche in der Gemeinde, die vom Jubel über Jesu Einzug in Jerusalem über Gründonnerstag ans Kreuz führen, die Feier des Ostermorgens im Freien, das gemeinsame Singen der fröhlichen Osterlieder, die gemeinsame Zeit in der Familie. „Man soll die Feste feiern, wie sie fallen.“ Dieses Sprichwort schwirrt mir in diesen Tagen durch den Kopf. Und damit verbindet sich in diesem Jahr eine gute Portion Trotz: Ostern findet statt. Nur eben anders. Denn auch wenn einiges fehlt, was für gewöhnlich so dazugehört, bleibt der Kern doch unveränderlich bestehen: Das Grab ist leer. Jesus ist auferstanden. Der Tod setzt dem Le-ben auf der Erde ein Ende und reißt Wunden in das Leben der Menschen. Aber er hat eben nicht das letzte Wort. Vom Ostermorgen geht die Botschaft des Engels aus: „Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier.“

Diese Botschaft ist unglaublich. Kein Wunder, dass die Frauen sich zunächst fürchten. Trotzdem sollen sie das, was sie gesehen und gehört haben, nicht für sich behalten. Das wäre viel zu schade. Zuerst die Jünger, dann aber auch alle anderen Menschen brauchen die Osterbotschaft, damit nicht die Schwere des Karfreitags das letzte Wort behält.

Sorgen, Traurigkeit und Ängste lähmen Menschen auch heute. Sie können nicht einfach beiseite gewischt, sondern ernstgenommen werden. Und doch bringt Ostern eine neue Perspektive hin-ein, eine Hoffnung darauf, dass auch im Leid neues Leben wachsen kann. Damit diese Hoffnung wachsen kann, braucht es Menschen, die davon erzählen und es den Frauen gleichtun: Den ersten Schrecken über die mit dem Verstand nur schwer zu greifende Botschaft von der Auferstehung abschütteln und dann erzählen – von unserer Osterhoffnung, von dem, was in schwierigen Zeiten Zuversicht gibt, von den Zeiten, in denen wir neue Kraft zum Leben bekommen haben, von der Freude, die wir in uns tragen. So findet Ostern statt – auch in diesem Jahr!

Amen.

Beten

Sagen Sie Gott, was Ihnen auf der Seele liegt. Wofür sind Sie dankbar? Was beschäftigt Sie? An welche Menschen denken Sie?

Gerne können Sie auch folgendes Gebet sprechen:

Lebendiger Gott, schenke uns neue Hoffnung, wenn wir verzweifeln, wenn wir uns wie in einer Sackgasse fühlen, wenn uns die Hoffnung verloren abhandengekommen ist.

Geduldiger Gott, schenke uns Mut, wo wir Veränderungen fürchten, wo wir für den nächsten Schritt nicht bereit sind, wo Hindernisse uns im Weg stehen.

Liebender Gott, schenke uns Trost, wenn wir um einen geliebten Menschen trauern, wenn wir uns vor Einsamkeit fürchten, wenn wir uns vor der Zukunft fürchten.

Barmherziger Gott, schenke uns Vertrauen, dass du auferstanden bist, dass du lebst, dass du an allen Tagen unseres Lebens bei uns bist.

Das und alles, was mich bewegt, lege ich in dein Gebet, das mich mit so vielen Christinnen und Christen verbindet, die es auch beten:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. 

Amen.

Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott –Vater, Sohn und Heiliger Geist. Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.

Amen.

Zum Abschluss können Sie noch einen Moment Stille halten oder eines ihrer Lieblingslieder hören und den Gottesdienst ausklingen lassen.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest. Der HERR ist auferstanden!

Ihre Pfarrerin Saskia Lieske

Pfarrerin Saskia Lieske stellt sich vor

Pfarrerin Lieske

Liebe Gemeinde,

am 1. April 2020 beginnt meine Zeit im Pfarrbereich Thale. Bad Suderode und Friedrichsbrunn sind mir bereits von so mancher Wanderung bekannt. Landschaftlich habe ich die Gegend bereits ins Herz geschlossen, jetzt freue ich mich darauf, auch die Menschen vor Ort kennenzulernen – also Sie! Zu 75% werde ich in den Gemeinden im Pfarrbereich tätig sein. Daneben habe ich auch eine Beauftragung für Klinikseelsorge (25%) im Kirchenkreis.

Gebürtig komme ich aus Halle. Nach dem Abitur und einen kurzen Abstecher in die Politikwissenschaften habe ich an verschiedenen Stationen Theologie studiert. Im Anschluss daran kehrte ich in meine Heimatstadt zurück und leitete ein christliches Wohnheim für Studierende. Dort habe ich vor allem den Austausch über den Glauben, aber auch gesellschaftliche Fragen genossen. Die letzten drei Jahre verbrachte ich in Sichtweite zum Harz: Mein Vikariat absolvierte ich in Aschersleben und habe besonders in der Arbeit mit Jugendlichen, aber auch mit Seniorinnen und Senioren mitgewirkt. Die Erfahrungen, die ich dort sammeln konnte, sind für mich sehr wertvoll.

Jetzt beginnt bei Ihnen meine Entsendungszeit. Ich freue mich darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, Gottesdienste zu feiern, über den Glauben und die verschiedenen Wege, ihn zu leben, nachzudenken. Mit Ihnen gemeinsam möchte ich das Gemeindeleben gestalten und bin gespannt, auf welche Wege uns Gott führen wird.

Ich freue mich, Sie kennenzulernen!

Gottes Segen

Ihre Saskia Lieske

Gedanken zur jetzigen Zeit

Liebe Gemeinde, 

in diesen Tagen kommt mir manchmal beim Aufwachen der Gedanke, dass es ein ganz normaler Tag sei. Die Veränderungen und Einschränkungen dieser Wochen wirken weit weg. Nur kurz währt dieser Moment, dann ist es mir wieder deutlich bewusst, in welcher besonderen Zeit wir gerade leben. 

Die einen sprechen von Entschleunigung: Endlich mal nicht von einem Termin zum nächsten hetzen. Endlich ist mal Zeit für den Garten und das Haus. Endlich hat man mal Zeit für das Buch vom vorletzten Weihnachtsfest. Endlich gibt es eine Gelegenheit, viel Zeit mit den Kindern zu verbringen.

Dann sind da aber auch die anderen. Ihre Stimmen werden lauter, je länger der Ausnahmezustand anhält. Sie sprechen von Sorgen und Nöten: Es ist die Angst um den Arbeitsplatz. Es ist die Einsamkeit, weil die Nähe zu geliebten Menschen fehlt – trotz Telefonaten, Briefen und Videochats. Und was ist eigentlich mit denen, die niemanden haben, der anruft oder schreibt? Es ist die Enge der vier Wände, in der die Kinder Beschäftigung brauchen und man so viel Zeit wie sonst selten mit seinem Partner oder seiner Partnerin verbringt. 

Wie es weitergeht, ist ungewiss. Unsere Geduld wird strapaziert. Für mich ist das nur schwer auszuhalten. Ich plane gerne und will wissen, wie die nächsten Wochen aussehen. Vor allem aber: Ich möchte Sie, liebe Gemeinde, endlich kennenlernen. Das Vikariat ist vorbei, der Entsendungsdienst hat begonnen. Aber eben so ganz anders als gedacht. Vorerst bleiben das Telefon, E-Mails, Briefe und Begegnungen über den Gartenzaun hinweg. Das ist besser als nichts. Ich bin dankbar, dass ich mithilfe dieser Kommunikationsmittel Kontakt zu Ihnen haben kann.  

Wie viel leichter wäre es wohl, die Entschleunigung anzunehmen, wenn sie nicht mit so vielen Sorgen und Nöten einhergehen würde. Das Gute in dieser Zeit zu sehen, fällt mir manchmal schwer. Und doch sehe ich Hoffnungszeichen: Familien sorgen füreinander. Nachbar*innen organisieren Einkaufshilfen und halten Kontakt zu den Menschen. Unzählige Telefonate werden geführt. Mutmachende Bilder werden geteilt. Mit dem notwendigen Abstand genießen Menschen draußen die aufblühende Natur. Und die Ostereier in den Vorgärten zeigen an: Ostern kommt – auch wenn wir es in diesem Jahr ganz anders feiern werden. 

Und noch etwas gibt mir Hoffnung. In diesen Tagen geht mir immer wieder die Begrüßung aus dem reformierten Gottesdienst durch Kopf und Herz: „Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat, der Bund und Treue hält ewiglich und nicht preisgibt ein Werk seiner Hände. Amen.“ Diese Worte geben mir Zuversicht, weil sie mich daran erinnern, dass Gott da ist. Er hat seine Welt im Blick. An ihn kann ich mich mit meinen Sorgen und Zukunftsfragen wenden. Ich wünsche Ihnen, dass Gott auch für sie ein Anker in dieser stürmischen Zeit ist. 

Gott mit Ihnen

Ihre Pfarrerin Saskia Lieske

Zur Jahreslosung 2020 (Markus 9.24): „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“

Sind wir die Letzten, die glauben? Das glaube ich nicht. Aus einer Umfrage aus dem Jahre 2011 geht hervor, dass etwa ein Drittel aller Deutschen konfessionslos ist, 70% glauben, dass der Mensch eine Seele hat, 61%, dass es Gott gibt, 16%, dass es den Teufel gibt und 12%, dass es die Hölle gibt. Wenn auch die Kirche in Zukunft weiter an Mitgliedern verlieren wird – zumindest hier bei uns -, so wird doch der Glauben deshalb nicht abnehmen. Die Frage ist nur, was geglaubt wird.

In der Bibel (Markus 9, 14ff) wird von einem Vater erzählt, dessen Sohn krank ist. Er hatte von Jesus gehört, dass dem Glaubenden alles möglich sei. Und um diesen Glauben bittet er Jesus: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“

Es gibt Menschen, die dünken sich besonders klug, wenn sie ihre Erkenntnis auf die kurze Formel bringen: „Wissen statt glauben“. Ich denke aber, das ist ziemlich dumm. Denn beides ist nötig: Wissen und Glauben. Ohne Glauben bliebe unser Wissen nur eine halbe Sache. Und das wollen wir doch nicht, halbe Sachen machen. Was nützt mir beispielsweise das Wissen über meine Gesundheit, wenn ich es nicht glauben kann, dass mir diese Medizin oder jene Therapie hilft? Durch den Glauben werden Kräfte aktiviert, ohne die man nicht so weit käme.

In einer Talkshow hörte ich Sahra Wagenknecht (50), wie sie über das Glück sprach, das sie mit ihrem Mann Oskar Lafontaine (76) verbindet. „Ich bin nicht religiös“, sagte sie, „sonst würde ich tatsächlich jemanden haben, bei dem ich mich bedanken kann. Das ist natürlich ein unglaubliches Glück. Das kann man sich nicht schaffen. Und wenn man es hat, muss man einfach nur jeden Tag froh sein, dass es so ist.“

Wir leben in einer der besten aller Zeiten. Der Comedian Bernhard Hoecker hat für sein Bühnenprogramm eine klasse Formulierung gefunden: Morgen war gestern alles besser. Das bringt es auf den Punkt. Man kann Gott vieles vorwerfen, aber nicht, dass er unsere Gebete nicht erhört. Denn dann könnte er uns zu recht fragen: Geht es euch denn immer noch nicht gut genug?

Gott sei Dank können wir uns jederzeit an ihn wenden mit unserem Dank, unseren Bitten und Klagen. Dabei will ich mir den Hilferuf des Vaters mit dem kranken Kind unbedingt merken: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

Eberhard Heimrich 

T e r m i n e (KonfiTüre / Entdeckerzeit / Gemeindesamstage)

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Aufgrund der aktuellen Situation werden die nächsten Termine entfallen. 

Wir informieren hier und über den bekannten Verteiler wenn die Veranstaltungen wieder stattfinden.

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April

Mittwoch: Hort und Entdeckerzeit Friedrichsbrunn      -29.

Gemeindesamstag: 25. 


Mai

Pfingstferien vom 18.-29. Ferienprogramm? Oder eigener Urlaub?

KonfiTüre: Samstag, 9.

Mittwoch: Hort und Entdeckerzeit Friedrichsbrunn        -13.

Gemeindesamstag: entfällt 


Juni

KonfiTüre: Samstag, 6.

Mittwoch: Hort und Entdeckerzeit Friedrichsbrunn        -3., 17.

Gemeindesamstag: 27. 


Juli

Sommerferien vom 16.- Monatsende, Ferienprogramm vom 16.-18

Mittwoch: Hort und Entdeckerzeit Friedrichsbrunn        -1., 15.

Gemeindesamstag: 11. 


Zur Erläuterung: 

KonfiTüre ist das regionale Angebot für Vorkonfirmanden (5./6. Klasse), jeweils am Samstag von 9-12 Uhr in Quedlinburg

Der Gemeindesamstag soll im kommenden Jahr ein Samstag an den Orten in meiner Region sein, bei dem umfangreichere Angebote wie Bastelnachmittage, Wanderungen, Kirchenlesenacht etc. angeboten werden. Die Planung dazu läuft noch.

Ferienangebote werden mit den Horten vor Ort koordiniert um Konkurrenz zu vermeiden, ggf. werden diese Angebote auch in Zusammenarbeit durchgeführt.

Zu den regulären Terminen sollen noch über das Jahr verteilt 3-4 Familiengottesdienste in den Kirchen kommen, die jeweils in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gemeinden/PfarrerInnen durchgeführt und geplant werden.


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Einblicke